Deals & Cases | 14 Apr 2020

Historischer Schuldspruch für Menschenhandel im Baugewerbe in der Schweiz

Das Genfer Strafgericht (1. Instanz) hat am 9. April einen Unternehmer im Baubereich des gewerbsmässigen Menschenhandels und Wuchers schuldig gesprochen. Der Unternehmer wurde verurteilt wegen Anwerbens und Ausbeutung von Bauarbeitern aus osteuropäischen Ländern. Er hatte ihnen einen Lohn von zwischen 20 Rappen und CHF 6.50 pro Stunde bezahlt, sie 9 – 10 Stunden an 6 Tagen pro Woche arbeiten lassen, manchmal auch Sonntags. Sie waren in prekären Unterkünften untergebracht. Der Unternehmer hat damit ebenfalls gegen den obligatorisch geltenden Gesamtarbeitsvertrag verstossen, welcher einen Minimallohn ab ca. CHF 30.00 pro Stunde vorschreibt.

Das Gericht hat zudem über die Zivilklagen der Opfer entschieden und den Beschuldigten zur Bezahlung von Schadenersatz für entgangene Löhne und Genugtuung verurteilt.

Dieser Schuldspruch ist bemerkenswert, weil es der Erste im Bereich der Arbeitsausbeutung seit der Revision von Art. 182 StGB ist, dessen Strafnorm 2006 ausgeweitet wurde und seither auch die Ausbeutung von Arbeitskräften umfasst.

Froriep hat eines der Opfer vertreten, das sich als Privatkläger konstituiert hatte. Lesen Sie in Kürze darüber auf unserem Blog.

Medienmitteilungen (Pdfs auf Französisch)

Tribune de Genève: Accusé de traite d’êtres humains, il nie, 1.4.2020
Tribune de Genève: Six ans et demi de prison requis contre l’entrepreneur, 2.4.2020
Tribune de Genève: „Vous êtes en train de me juger, j’ai honte pour vous!“, 3.4.2020

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